In meiner fotografischen Arbeit steht das Alltägliche, Banale und Einfache im Zentrum. Mein Blick richtet sich auf das Unspektakuläre – auf jene leisen Szenen, die im Alltag meist unbeachtet bleiben. Es ist eine bewusste Bestandsaufnahme der Einfachheit, in der eine tiefe Ruhe liegt, eine Suche nach dem Wesentlichen in einer überreizten und lauten Welt. Dabei fliessen existenzielle Fragen ein: Wie gehen wir miteinander und mit unserer Umwelt um?
Meine Motivation ist es, mit meinen Fotografien zum Nachdenken anzuregen, eigene Interpretationen zuzulassen und Momente des Innehaltens zu schaffen. Mich fasziniert die grafische Qualität des Einfachen ebenso wie die Geschichten, die im Zerfall sichtbar werden. Das Bewusstsein für die Vergänglichkeit dient dabei als Impuls zur Reflexion.
Ich arbeite in Farbe sowie in Schwarz-Weiss. Die Entscheidung folgt der Logik des Motivs: Mal betone ich die grafische Strenge einer Struktur, mal bedarf es der sanften Pastelltöne einer stillen Szene. In meinen Bildern mache ich sichtbar, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen und dass alles endlich ist – dokumentiert durch die Spuren des Wandels in urbanen Räumen und Landschaften. Die visuelle Umsetzung bewegt sich zwischen präziser grafischer Ordnung, Abstraktion und der Auflösung von Formen.
Durch gezielte Ausschnitte forme ich das Alltägliche oft bis zur Abstraktion um. Bodenmarkierungen, verwitterte Graffitis oder abgerissene Plakate verlieren ihren ursprünglichen Zweck und erschaffen eine eigene Realität. Unschärfen dienen mir als Mittel, um die Flüchtigkeit des Augenblicks darzustellen – sie zeigen, wie sich ein Moment anfühlt, bevor er in der Erinnerung verweht. Mit Spiegelungen versuche ich das Innen und Aussen zu verbinden; sie fangen den Moment der Verschmelzung ein und werfen die Frage auf: Was bleibt?
Meine Arbeiten sind ein Plädoyer für das Innehalten. Sie laden dazu ein, im vermeintlich Bedeutungslosen eine tiefe, stille Relevanz zu entdecken.